Die Ur- und Frühgeschichte
(nach B. Fischer)Entwicklung der Orte Zeuthen/ Miersdorf und des Umfeldes
Die Gemeinde Zeuthen-Miersdorf liegt am östlichen Rand des Teltow, eines Plateaus, das sich in der Eiszeit herausgebildet hat. Die Teltowplatte gehört zum Gebiet der Mittelbrandenburgischen Platten und Niederungen und entstand als wenig gegliederte, ebene Grundmoränenplatte in der jüngsten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit (etwa 70 000 bis 10 000 Jahre vor heute). Sie wird im Norden vom Spreetal, im Osten von der Dahme-Seenkette und im Süden und Südwesten von den Niederungen der Notte und Nuthe begrenzt. Den Abschluß nach Westen bildet die Havel.
Die meist sandigen Böden besitzen nur eine geringe Qualität. Roggen und Kartoffeln waren oder sind noch heute die vorherrschenden Feldfrüchte dieser Landschaft.
Besonders eng mit Berlin sind die großen Gemeinden an der Vorortstrecke nach Königs Wusterhausen verbunden:
Zeuthen, Schulzendort und Eichwalde sind reine Wohngemeinden.
Die Karte von 1790 (s. S. 7) zeigt die Ausdehnung des Teltow, wie sie sich erst etwa seit dem Dreißigjährigen Krieg herausbildete. Ein "Teltowscher Kreis" bestand jedenfalls zur Zeit Kaiser Karls IV. (1376 nach Wohlbrückscher Karte) als politisches Gebilde noch nicht.
"Der Teltow als Territorium oder Land wird schon in einer Urkunde des markgräflichen Brüderpaares (Johann l. und Otto III.; 1220-1266) vom Jahre 1232 genannt. Auch noch zur Zeit Kaiser Karls IV. wird der Teltow als Land bezeichnet, das etwa den späteren Hauptkreis Teltow umfaßt. Aus Zossen, das mit Trebbin vereinigt wurde, bildet sich der sogenannte Ämterkreis. Dieser Ämterkreis kam schließlich erst im 17. Jahrhundert mit dem eigentlichen Teltow zusammen. Auch die Herrschaft Teupitz und Wusterhausen (KW) wurden in dieser Zeit an den Kreis angeschlossen.
Eine wirkliche Kreisversammlung entwickelte sich erst nach dem Dreißigjährigen Krieg. Der erste langjährige Landrat war Otto von Hake auf Kleinmachnow (1654-82). Doch erst seit 1702 führen die Kreiskommissare den Titel Landrat". (Teltower Kreiskalender 1920 und 1932)
1952 fand der Kreis Teltow durch die Neubildung der Kreise Zossen, Königs Wusterhausen, Luckenwalde und Potsdam-Land sein Ende. Ein Aufleben des historischen Kreisterritoriums kam auch nach 1989 aus wirtschaftlichen Gründen
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Karte vom Teltowschen Kreise im Jahre 1376 (nach Landbuch Karls IV.) angefertigt von S.Wohlbriick1790 Abbildung 1
Wie zahlreiche Dörfer der Mark Brandenburg wird Zeuthen im Landbuch Karls IV. erstmals genannt: Czyten. Das Landbuch entstand als landesherrschaftliches Einnahmeverzeichnis zwischen 1375 und 1378 in den Kanzleien des kosmopolitisch gebildeten deutschen Kaisers aus dem Hause Luxemburg. Karl IV. erwarb die Mark Brandenburg 1373 für Böhmen, denn er war auch König von Böhmen.
Doch schon einige Jahrhunderte vor der Herrschaft des römisch-deutschen Kaisers Karl IV. über die Mark, befand sich im Bereich des heutigen Dorfkerns von Zeuthen, am Zeuthener See eine slawische Siedlung, deren Bewohner noch einem völlig anderen Machtzentrum verpflichtet waren.
