Zur Entstehungsgeschichte der Chronik von Zeuthen
Die Gemeinde Zeuthen unternahm anläßlich der 600-Jahrfeier 1975 den Versuch, der Festschrift zu diesem Jubiläum den Charakter einer Kurzchronik zu geben. Materialien wurden unter der Leitung von Frau Ruth Zerbe gesammelt, geschrieben und für den Druck vorbereitet.
Diese Broschüre liegt in der Rohfassung vor, wurde aber nie gedruckt, weil die Papier- und Druckkapazitäten nicht zur Verfügung standen.
Eine staatliche Verordnung veran-laßte dann in den 80er Jahren den Rat der Gemeinde, einen Ortschronisten zu bestellen.
Herr Hans-Georg Schrader erklärte sich bereit, die systematische Arbeit für eine Chronik zu beginnen.
Beim Sekretär der Gemeinde hatte sich im Laufe der Jahre Material angesammelt, das erst einmal gesichtet werden mußte.
Es fanden sich einige Helfer: Frau Gisela Tosch, Frau Elfriede Weiß und Frau Valentina Linsbauer, Manch anderer zog seine anfängliche Bereitschaft zurück, als er sah, welche Kleinarbeit zu erwarten war.
Frau Tosch und Herr Schrader gingen an das Ordnen, Registrieren, Katalogisieren und Systematisieren des vorhandenen Materials.
So entstand die erste Grundkartei, der Anfang einer Personenkartei und die dazugehörigen systematisierten Material-, Foto- und Kartensammlungen. Frau Linsbauer hielt trotz ihres hohen Alters die Verbindung zu einzelnen Institutionen.
Aber die anfallende Arbeit konnte auf Dauer nicht von diesen drei Mitarbeitern geleistet werden, vor allem, weil jahrelange Versäumnisse aufgearbeitet werden mußten.
Die Arbeitsgruppe bemühte sich um Unterstützung und Zuarbeit durch die Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front, sie erarbeiteten einen Fragespiegel für Gespräche mit Einzelpersonen und Betrieben und Vereinen. Hilfe stellte sich aber nicht ein, eher das Gegenteil: jetzt wollten einige Betriebe und Institutionen Material über ihren Bereich von den Ortschronisten. Eine Aufgabe erwies sich als vordringlich: die Aussprache mit älteren Bürgern aus Zeuthen und Miersdorf, die noch aus eigener Erfahrung die letzten Jahrzehnte miterlebt haben. Aber auch das blieb vorerst Stückwerk; trotzdem konnte einiges Originalmaterial zusammengetragen werden. Die moderne Technik half beim Kopieren und Fotokopieren von Dokumenten, die von den Besitzern nicht gern aus der Hand gegeben wurden.
Ein erneuter Appell zur Mitarbeit fand Gehör: Herr Gerhard Siegert, Herr Hans-Günther Mattern, Frau Thea Bergmann, Herr Herbert Doil und Frau Ellinor Schulz stellten sich als Mitstreiter zur Verfügung. Herr Hans-Günther Mattern hat in zahlreichen Archiven und Bibliotheken viele Details der Entwicklung unserer Orte gefunden, wobei er von Frau Gisela Tosch erfolgreich unterstützt wurde.
Im Jahr 1988 erhielt die Arbeitsgruppe für die geleistete Arbeit die Ehrenurkunde der Gemeinde Zeuthen.
1989 begannen die Chronisten, ein Sammelwerk aus dem vorhandenen Material zu gestalten.
1992 entschloß sich Herr Schrader, aus diesem inzwischen drei Bände umfassenden Sammelwerk eine Chronik des Ortes zusammenzustellen.
Die "Historiaden" wurden im Dezember fertiggestellt, sie sind eigentlich der letzte Teil des Gesamtwerkes und enthalten Erzählungen, Geschichten, Gedichte, Sagen und Märchen.
Inzwischen liegen vor: Die Ur- und Frühgeschichte, die Epoche bis zum 19. Jahrhundert, die Zeit um die Jahrhundertwende, die Geschichte der Kirchen und der Miersdorfer Schule.
Die Chronisten erarbeiten weitere Bereiche der Geschichte unseres Heimatortes und werden sie als Ergänzungsmaterial der Chronik anfügen.
